1. Was ist Tölt ?


Tölt ist eine klare Gangart im Viertakt in der Fußfolge des Schritts. Jeder der vier Hufe setzt einzeln und nacheinander auf, so entfällt die beim Trab nach der Schwebephase folgende Erschütterung. Tölt kann langsam und bis zum Galopptempo geritten werden.

2. Woran erkennt man Töltveranlagung beim Traber?


Einige Pferde zeigen in den Übergängen zwischen den Grundgangarten ein paar Schritte Tölt. Bei Verspannungen unter dem Reiter entzieht sich das Pferd evt. in den Tölt. Beim Zurücknehmen aus dem Galopp gehen viele Traber ebenfalls Tölt. Aus dem flotten Schritt auf ebenem Boden und zusätzlicher Anspannung durch äußere Einwirkungen (z. B. vorwegeilendes Pferd) entwickeln viele Pferde einige Schritte Tölt.

3. Können Traber galoppieren?


Traber haben meistens einen typischen Gangpferdegalopp = Viertaktgalopp. Er läßt sich am besten aus einer Verkürzung des Pferdes auf gebogener Linie entwickeln. Rennpassveranlagte Pferde haben oft einen ,”viertaktigeren" Galopp als Viergänger, allerdings ist dieser Galopp sehr bequem. Viele Traber können nach entsprechender Schulung sehr langsam und gesetzt galoppieren.

4. Kann man Traber robust halten?


Eine Robusthaltung kommt dem Traber aufgrund des ausgeprägten Bewegungsdranges sehr entgegen. Es sollte natürlich eine Schutzhütte und eine trockene Liegefläche zur Verfügung stehen.

5. Wie gesund sind Traber?


Traber sind aufgrund von mehr als 150 Jahren Leistungszucht sehr harte und gesunde Pferde. Bei ehemaligen Rennpferden besteht natürlich schon ein Risiko von "Verschleißerscheinungen", falls diese Pferde sehr früh antrainiert wurden oder über ihr Leistungsniveau "gepuscht" wurden. Sachgerecht aufgezogene und trainierte Pferde erreichen oft ein sehr hohes Alter (25-30 Jahre) und sind bis zu diesem hohen Alter temperamentvoll und leistungsbereit. Das Herz- Lungen- Kreislauf System ist bei diesen Pferden außergewöhnlich, ebenfalls Ausdauer und Leistungswille.

6. Warum sind Traber so preisgünstig?


Da das Leistungsniveau der Renntraber im letzten Jahrzehnt sehr stark angestiegen ist, läßt sich heute mit durchschnittlich schnellen Pferden kein Geld mehr verdienen. So lassen bereits im jungen Alter viele Traber beim Antrainieren erkennen, daß sich ein kostspieliges Renntraining für diese Pferde nicht auszahlt. (evt. zeigt das Jungpferd auch zu viel "Gang" oder Galoppveranlagung) Diese Pferde werden dann oft viel günstiger, als ihre "Entstehungskosten" (Decktaxe, Aufzucht etc.) waren, an den Freizeitreiter abgegeben, um ihnen eine 2. Chance zu geben. Auch bereits "gelaufene" Pferde kann man günstig erwerben, wenn sie ihren Leistungsstand nicht verbessern können. Wichtig ist bei diesen Pferden dann allerdings die Investition in eine sachkundige und gründliche Ausbildung!

7. Wie und wo kaufe ich einen Traber?


Zum ersten besteht die Möglichkeit, ein junges Pferd bei einem Renntraber-züchter zu erwerben. Dabei achtet man auf Töltveranlagung und sachgerechte Aufzucht. Mittlerweile wird der Traber aber schon als "Gangpferd" gezüchtet und im Rheinischen Pferdestammbuch registriert. Dazu gibt es noch die Möglichkeit, beim Trainer für Rennpferde ein geeignetes Pferd zu erwerben. Wie bei jedem Pferdekauf sollte man auf Seriösität und guten Leumund achten und eine AU nicht vergessen. Es gibt auch Trainingsställe, die sich auf Ausbildung, bzw. Umstellung von Trabern spezialisiert haben! Auch dort kann man einen bereits gerittenen Töltenden Traber erwerben und muß nicht "die Katze im Sack" kaufen.

8. Kann ich mit einem Töltenden Traber "klassisch" reiten?


Je mehr Gangveranlagung mein Pferd hat, desto weniger ist mein Pferd für höhere Dressuraufgaben im klassischen Sinn geeignet. (Viertaktgalopp, Entziehen in den Tölt bei den Seitengängen etc.) Trotzdem eignen sich die meisten Töltenden Traber aufgrund ihrer Intelligenz, Rittigkeit und Reaktivität für die Arbeit im Dressurviereck. Man muß sich bei der dressurmäßigen Arbeit auf die individuelle Veranlagung seines Pferdes einstellen und kann dann auch nach sorgfältiger Schulung alle Seitengänge, Hinterhandwendungen etc. mit diesem Pferd ausführen. Dies setzt natürlich auch einen kundigen und einfühlsamen Reiter voraus, da diese Pferde im Durchschnitt sensibler sind, als ein deutsches Warmblut und man seltener zum "Treiben" kommt. Fliegende Galoppwechsel und stark versammelnde Übungen fallen den meisten Trabern eher schwer. Traber sind oft begabte und mutige Springpferde (Halla war ein halber Traber), allerdings bedürfen sie einer sehr gründlichen Ausbildung.

9. Kann ein Traber barfuß laufen?


Traber sind hochblütige Pferde mit feinem Körper- und Langhaar. Die Hufsohle ist nicht so dick, wie bei einem Ponytyp. Deshalb muß die Umstellung vom beschlagenen Pferd zum "Barfußlaufen" langsam erfolgen und die geforderte Arbeitsleistung an die Hufempfindlichkeit angepasst werden. Bei gesunden Hufen mit aufgewölbter Hufsohle und angemessener Arbeit sind sehr viele Traber in der Lage, ohne Beschlag auszukommen. Hochleistungssportler (Distanzen etc.) sollten beschlagen sein. Das unbeschlagene Pferd sollte nicht "fühlig" über harten Boden laufen, da es sonst zu Lateralverschiebungen der Gänge kommen kann. (Abgesehen vom Tierschutz!) Der Besitzer sollte individuell und eigenverantwortlich entscheiden, ob ein Beschlag erforderlich ist und keine "Religion" aus dem Barfuß laufen machen.

10. Wofür ist der Töltende Traber besonders geeignet?


Der Töltende Traber ist das geeignete Pferd für den Gangpferdereiter, der Spaß an Dynamik, Ausdruck und Leistungsbereitschaft hat. Töltende Traber sind auf Gangpferdeturnieren in Viergang, Sporttölt, Rennpaß, Naturtölt und in der Rittigkeit (Dressur) sehr erfolgreich. Auch in Pleasure Gangprüfungen und Trail findet man immer wieder plazierte Töltende Traber. Bisher stellten die Töltenden Traber dreimal den Deutschen Meister in der Töltdistanz! Der Freizeit- und Wanderreiter, der ein fleißiges, bequemes Geländepferd sucht, ist mit einem Töltenden Traber bestens versorgt. Der Töltende Traber zeichnet sich durch hohe Rittigkeit, Nervenstärke und besondere Kooperationsbereitschaft aus.

 

Probieren Sie es doch einmal aus!